Klimaschutz im Westerwaldkreis

Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises hat zum 01. März 2021 den Klimaschutzmanager Johannes Baumann eingestellt. Zu seinem Aufgabengebiet zählen u. a. die Bereiche Erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Energieeffizienz. Das Ziel seiner Arbeit ist mit der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes den Grundstein für eine Reduzierung des Energieverbrauches und der Treibhausgas-Emissionen zu legen. Langfristig sollen dadurch die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden.

Klimaschutzmanagement

Das Aufgabengebiet des Klimaschutzmanagements

Der Klimaschutzmanager erarbeitet das Integrierte Klimaschutzkonzept für den Westerwaldkreis. In dem Prozess der Konzepterstellung arbeitet er als Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Industrie und Bevölkerung, organisiert Beteiligungs- und Informationsveranstaltungen, koordiniert Workshops und bringt Akteure aus dem Westerwaldkreis zusammen.

Warum Klimaschutz im Westerwaldkreis?

Auf europäischer und auf Landesebene sind die Klimaziele nochmals konkretisiert worden. Damit diese Ziele erreicht werden können, müssen auf regionaler Ebene die Grundsteine für die Reduzierung der Treibhausgase gelegt werden.

Gleichzeitig ist Klimaschutz auch als Wirtschaftsmotor zu verstehen, der die regionale Wertschöpfung steigert und die Möglichkeit bietet, den verbrauchten Strom regional und autark herzustellen.

Was wurde bisher gemacht?

Der Westerwaldkreis setzt sich bereits seit mehreren Jahren für eine nachhaltige Entwicklung ein. Die Leitlinien der Kreisentwicklung betonen die Wichtigkeit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Durch die Umsetzung mehrerer klimatechnischer Bauprojekte in kreiseigenen Gebäuden konnte durch Sanierungen der Lüftungs- und Lichtanalagen in den letzten Jahren ca. 1.764 Tonnen CO2 im Jahr eingespart und der Energiebedarf gesenkt werden.

Integriertes Klimaschutzkonzept

Der Klimaschutz ist ein aktuelles und wichtiges Thema, welches den Einsatz aller Akteure beansprucht. Aus diesem Grund hat der Kreisausschuss des Westerwaldkreises im Juni 2020 die Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Westerwaldkreis beschlossen. Der Klimaschutz soll dadurch als Querschnittsaufgabe nachhaltig in der Kommune verankert werden.

Integrierter Klimaschutz bedeutet, den Blick auf alle klimarelevanten Bereiche zu richten. Dazu gehören die Bereiche kommunale Liegenschaften, Verkehr, Abwasser und Abfall aber auch Industrie sowie die privaten Haushalte. Außerdem werden die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten der Kommune aufgezeigt. Sie soll als Verbraucherin und Vorbild, Planerin, Versorgerin und Anbieterin sowie als Beraterin und Förderin tätig sein.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept ist in folgende Bestandteile aufgeteilt:

Ist-Analyse sowie Energie- und Treibhausgas-Bilanz

Eine qualitative Ist-Analyse stellt den aktuellen Stand der Klimaschutzaktivitäten der Kommune dar und ermittelt die groben Rahmenbedingungen. Die Treibhausgasbilanz erfasst die Energieverbräuche und die Treibhausgasemissionen in den klimarelevanten Bereichen.

  • Gewerbe, Handel und Dienstleistungen
  • Industrie
  • Kommunale Liegenschaften
  • Private Haushalte
  • Verkehr (PKW und ÖPNV)

Daten der Verkehrs- und Energieversorgungsunternehmen werden in die Bilanzierung mit einbezogen und geben einen Überblick über die Verbräuche innerhalb der Kommune.

Potenzialanalyse

Die bilanzierten Verbräuche werden analysiert und auf Grundlage dessen die Bereiche mit hohem Einsparpotenzial herausgearbeitet. Innerhalb der Potenzialanalyse werden kurz- und mittelfristig technisch und wirtschaftlich umsetzbare Einsparpotenziale erarbeitet. Gleichzeitig werden Ausbaupotenziale für die erneuerbaren Energien in den Bereichen Wind- und Solarenergie, Kraft-Wärme-Kopplung, Biomasse und Nahwärmenetze im Kreisgebiet ermittelt.

Die Potenzialanalyse bildet die Grundlage für die Entwicklung von Entwicklungsszenarien des Westerwaldkreises. In einem Referenzszenario wird die Trendentwicklung ohne Klimaschutzanstrengungen dargestellt. In einem Klimaschutzszenario wird die Entwicklung bei einer aktiven Treibhausgasminderung durch eine konsequente Klimaschutzpolitik dargestellt.

Mit den Daten der Treibhausgasbilanzierung und der Potenzialanalyse werden konkrete Treibhausgasminderungsziele für die kommenden 15 Jahre erstellt, zielkonforme Handlungsstrategien für die verschiedenen Bereiche abgeleitet und langfristige Einspar- und Versorgungsziele definiert.

Maßnahmenkatalog

Ein wichtiger Bestandteil des Integrierten Klimaschutzkonzeptes ist der Maßnahmenkatalog. Er verbindet bereits abgeschlossene Klimaschutzmaßnahmen sowie deren Wirkung mit den neu entwickelten Klimaschutzmaßnahmen. Die neu entwickelten Maßnahmen werden innerhalb des Entstehungsprozesses mit wichtigen Akteuren des Westerwaldkreises partizipativ erarbeitet.

Die Maßnahmen sollen die Treibhausgasminderungsziele sowie die Szenarienannahmen widerspiegeln und werden im Konzept anhand der folgenden Punkten übersichtlich dargestellt.

  • Beschreibung der Maßnahme (inkl. Ausgangslage und Zielsetzung)
  • Priorität der Maßnahme
  • Zeitraum für die Durchführung
  • Akteure, Verantwortliche und Zielgruppen
  • Kalkulation der Gesamtausgaben (inkl. Förderungsmöglichkeiten)
  • Quantitative Treibhausgaseinsparungen
  • Auswirkung auf die regionale Wertschöpfung

Die in dem Integrierten Klimaschutzkonzept erfassten Maßnahmen sollen kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden und dadurch die Treibhausgasemissionen und die Energieverbräuche effektiv reduziert werden.

Die Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes wird vom Projektträger Jülich und der Nationalen Klimaschutzinitiative unter dem Förderkennzeichen 03K14754 gefördert.

Europäische Mobilitätswoche

In diesem Jahr nimmt der Westerwaldkreis zum ersten Mal an der Europäischen Mobilitätswoche teil. Dabei handelt es sich um eine Aktion der Europäischen Kommission, die seit 2002 in dem Zeitraum vom 16. bis zum 22. September stattfindet. Die teilnehmenden Kommunen haben die Möglichkeit, interessierten Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Formen von nachhaltiger und klimaschonender Mobilität zu präsentieren. Im Westerwaldkreis werden verschiedene Vorträge und Informationsveranstaltungen angeboten, die deutlich machen sollen, wie wir in Zukunft nachhaltig mobil sein können.

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig. Diese können Sie direkt beim Klimaschutzmanager Johannes Baumann durchführen. Die Veranstaltungen finden mit einer begrenzten Teilnehmerzahl unter den 3G-Regeln statt. Weitere Informationen können Sie direkt unter johannes.baumann@westerwaldkreis.de und 02602/124-374 anfragen.

Programm

Donnerstag, 16. September 2021

Online-Vortrag zum Thema Elektromobilität (17 Uhr)
Immer mehr Menschen setzen auf Elektrofahrzeuge. Die Zeit für einen Umstieg von einem Verbrenner auf ein elektrisch betriebenes Auto ist dank zahlreicher Förderprogramme sehr günstig: Sowohl für den Kauf eines E-Fahrzeugs als auch für die private Wallbox gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten.
In der Infoveranstaltung der VG Wallmerod erhalten Sie gebündeltes Expertenwissen rund um das Thema Elektromobilität. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, nehmen wir uns in der abschließenden Q&A-Runde diesen gerne an. Anmeldungen sind möglich unter www.evm.de/wallmerod.

Freitag, 17. September 2021

Offizielle Auftaktveranstaltung (13:00 – 15:00 Uhr)
Am Donnerstag findet die offizielle Auftaktveranstaltung im Stöffelpark in Enspel statt. Das Motto der Veranstaltung lautet „Mobilität im ländlichen Raum – Westerwald auch in Zukunft mobil“. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Eingeladen sind Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen der Mobilität, die jeweils einen Impulsvortrag halten werden. Anschließend wird es eine Podiumsdiskussion und die Möglichkeit für Fragen der Besucher geben.
Zu den Gästen gehört der Verbandsdirektor des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord, der Geschäftsführer der VWS Siegen Herr Jörg Mühlhaus, der ADAC Vorstand für Verkehr & Technik Herr Rudi Speich und eine Vertreterin des Ingenieurbüro Sweco aus Koblenz.

Samstag, 18. September 2021

E-Bike/Pedelec Training
Die Verkehrswacht Montabaur bietet ein E-Bike/Pedelec-Training für Senioren, Beginner, Umsteiger, Wiedereinsteiger, für Interessierte, für alle, die Spaß am Pedelec- oder E-Bike-Fahren haben oder haben könnten und für alle, die noch etwas dazulernen möchten.
Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung unter verkehrswacht-montabaur.de oder via E-Mail an pedelec@verkehrswacht-montabaur.de verpflichtend. Bitte beachten Sie die Anmeldemodalitäten auf der Website.

Sonntag, 19. September 2021

Geführte Fahrradtour (13 Uhr)
Die Tourist-Information Hachenburger Westerwald bietet im Rahmen der Stadtradeln-Kampagne geführte Fahrradtouren durch den Westerwaldkreis an. Die „Genießer Tour“ beginnt um 13 Uhr am Löwenbrunnen/Alter Markt in Hachenburg und führt durch die Bacher Lay. Die Fahrradtour wird von Markus Gottstein geleitet. Die 40 Kilometer lange Tour führt u.a. über Alpenrod, Nistertal, Hahn, Nisterau, Bad Marienberg und Korb.
Die Teilnahme an der Fahrradtour ist kostenfrei. Es können maximal 25 Personen teilnehmen, eine vorherige Anmeldung bei der Tourist-Info ist erforderlich. Jede Fahrradart (E-Bike, normale Fahrräder, Mountainbike usw.) ist herzlich willkommen. Die Teilnehmenden sind gebeten, ein Lunchpaket einzupacken, da eine Pause im Freien gemacht wird. Nach der Tour stehen zahlreiche Einkehrmöglichkeiten in Hachenburg zur Verfügung.
Weitere Informationen können unter www.hachenburger-westerwald.de oder bei Lisa Effert Tel.: 02662/9583-39 eingeholt werden.

Montag, 20. September 2021

Vortrag: E-Car-Sharing-Konzept der Ortsgemeinde Staudt (19 Uhr)
Der Ortsbürgermeister Sven Normann stellt das „E-Car-Sharing-Konzept“ der Gemeinde Staudt vor. Dabei können interessierte Bürgerinnen und Bürger Informationen über die Umsetzung und Planung des Konzeptes und über die praktische Anwendung erfahren. Der Termin findet vor Ort in Staudt statt.

Dienstag, 21. September 2021

Vortrag: Umstieg auf Elektromobilität für Seniorinnen und Senioren (14-16 Uhr)
Elektroautos sind ein Teil der Verkehrswende und finden sich in immer größerer Zahl auf den Straßen. Die E-Autos bieten nicht nur die Möglichkeit klimaschonend mobil zu sein, sondern haben auch viele andere Vorteile. Der Referent Mario Langethal informiert in seinem Vortrag über die Entwicklung von Elektromobilität, die Veränderungen der Fahrweise sowie den Ladevorgang der E-Autos ein. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, die einzelnen Komponenten des Ladevorgangs (Wallbox, Kabel und Stecker) kennenzulernen und direkt an einem E-Auto auszuprobieren.

Mittwoch, 22. September 2021

Schulung: VRM Ticketschulung für Seniorinnen und Senioren (10 – 12 Uhr)
Für viele Menschen ist schon die Wahl der richtigen Fahrkarte oder die Bedienung des Fahrkarten-Automaten eine Herausforderung. Dass dies nicht sein muss, wird bei der Ticket- und Automaten-Schulung von der Referentin Renate Adams anschaulich vermittelt. In einer zweistündigen Einführung in das System des VRM gibt es einen Überblick über die Angebote und Tipps zur Wahl des kostengünstigsten Tickets.

Ansprechpartner/in:

Herr Johannes Baumann
02602 124-374
johannes.baumann@westerwaldkreis.de

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