Gleichstellung – nur gemeinsam geht es
Die Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises hat zum Ziel, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und zur tatsächlichen Gleichstellung beizutragen, basierend auf den Grundlagen des Landesgleichstellungsgesetzes und der Landkreisordnung.
Um das Verständnis für die Notwendigkeit von Gleichstellungspolitik zu fördern, bringt sie sich sowohl innerhalb der Verwaltung als auch für Bürgerinnen und Bürger durch persönlichen Kontakt, projektbezogene Maßnahmen, entsprechende Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit sowie vernetztes Agieren von weiteren Unterstützungsangeboten ein. Zu den Netzwerkpartnern zählen u. a. fachbezogenen Initiativen, Verbände, Gruppen und die Gleichstellungsstellen der Verbandsgemeinden.
Zudem nimmt die Gleichstellungsbeauftragte am Erfahrungsaustausch auf kommunaler, Landes- und Bundesebene teil und erstattet den Kreisgremien Bericht.
Aktuelle Termine
Ein Platz zum Hinschauen
Mehr als 265.000 Menschen wurden laut Bundeskriminalamt im Jahr 2024 in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt – die Dunkelziffer liegt weit höher. Etwa zwei Drittel der Betroffenen waren Frauen. Hinter diesen Zahlen stehen persönliche Schicksale, familiäre Ausnahmesituationen und oftmals lange Leidenswege.
Vor diesem Hintergrund wurde, passend zum Internationalen Frauentag am 8. März, auf dem Gelände des Rathauses der Verbandsgemeinde Hachenburg eine eigens für diesen Zweck orange angestrichene Bank offiziell präsentiert. Sie macht im Alltag auf das Thema aufmerksam, das häufig im Verborgenen bleibt und informiert mittels angebrachter Plaketten zugleich über bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote für betroffene Frauen.
Ausstellungseröffnung zum Internationalen Frauentag
Passend zum Internationalen Frauentag eröffnet am Sonntag, 8. März, in Bad Marienberg die Wanderausstellung „Alles unter einen Hut !?“. Rein rechtlich haben Frauen heute alle Möglichkeiten. Doch ist die Gleichberechtigung wirklich gelungen? Die Ausstellung geht der Frage nach und zeigt, wie Frauen Beruf, Liebe, Geld, Familie und persönliche Bedürfnisse unter einen Hut bringen. Anhand von Lebensläufen werden die Existenzen verschiedener Frauen zwischen Mutterschaft und Minijob, Care-Aufgaben und Karriere beleuchtet.
Kreistag: Bericht und Verabschiedung der Gleichstellungsbeauftragten
Die letzte Sitzung des Westerwälder Kreistages 2025 war geprägt von Zahlen, unter anderem standen Änderungen der Abfallgebührensatzung des Westerwaldkreis-AbfallwirtschaftsBetriebes (WAB) sowie der Kreishaushalt 2026 auf der Tagesordnung. Zunächst aber berichtete Beate Ullwer letztmalig über ihre Tätigkeit als Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises.
Seit Mai 2001 bekleidet sie diese Funktion und wird im Februar in den Ruhestand eintreten. Insbesondere das Thema „Gegen Gewalt an Frauen“ habe ihr immer am Herzen gelegen. In ihrer Rede erinnerte sie an zahlreiche Aktionen, exemplarisch nannte sie die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“, und wandte sich an die vielen Akteure und Organisationen, mit denen sie im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte zusammengearbeitet und unterschiedliche Themen vorangebracht hatte.
Landrat Achim Schwickert dankte Beate Ullwer für ihren Bericht und die geleistete Arbeit in den vergangenen 24 Jahren. Dem schloss sich Kreistagsmitglied Eva Ehrlich-Lingens, die im Namen aller Kreistagsfraktionen sprach und eine lange Wegbegleiterin Ullwers war, herzlich an. Mit zahlreichen Veranstaltungen habe sie die Anliegen der Gleichstellungsstelle stets in die Öffentlichkeit getragen und mit unermüdlichem Engagement und Herzblut die Gleichstellungsarbeit im Westerwaldkreis maßgeblich geprägt.
„NEIN zu Gewalt gegen Frauen“
Kreisverwaltung setzt mit Fahnenaktion Zeichen
Seit den 1980er Jahren wird am 25. November weltweit der „Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ begangen. Die UN hat diesen Gedenk- und Aktionstag als „Orange Day“ ausgerufen. Zusammen mit Landrat Achim Schwickert machten die Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises Beate Ullwer und ihre Stellvertreterin Bianca Westphal mit der Fahnenaktion „NEIN zu Gewalt“ auf diesen Tag aufmerksam, mit dem Ziel, Gewalt gegen Frauen gesellschaftlich sichtbarer und geächteter zu machen.
Comeback der Allize-App für Alleinerziehende – pünktlich zum Internationalen Tag der Familie
Am Internationalen Tag der Familie feierte die Allize-App ihren offiziellen Neustart. Die digitale Plattform richtet sich vornehmlich an Alleinerziehende im Westerwald und steht ab sofort mit einem erweiterten und vollständig funktionsfähigen Angebot wieder zur Verfügung. Gefeiert wurde dieser Meilenstein mit einer kleinen Ballonaktion im Familienferiendorf in Hübingen.
Die App ist ein Projekt der Initiative für Alleinerziehende im Westerwald, einem Zusammenschluss engagierter Akteurinnen und Akteure aus Politik, Beratung, Ehrenamt und Verwaltung. Ziel der Initiative ist es, die Lebenswirklichkeit von Alleinerziehenden sichtbar zu machen, Unterstützung zu bündeln und Teilhabe zu stärken.
Die Allize-App bietet:
- einen laufend aktualisierten Überblick über regionale Unterstützungsangebote,
- eine interaktive Karte mit Beratungsstellen, Treffpunkten und Behörden,
- einen Veranstaltungskalender,
- ein digitales Schwarzes Brett für Gesuche und Angebote,
- einen Chat zum unkomplizierten Austausch mit anderen Alleinerziehenden,
- eine Sammlung wichtiger Links und Downloads zu rechtlichen und finanziellen Themen.
Dr. Tanja Machalet, Bundestagsabgeordnete und Ideengeberin der Allize-App, zeigt sich erleichtert und glücklich: „Wir haben lange drauf hingearbeitet und ich freue mich sehr, dass die App nun wieder voll funktionsfähig ist. Für Alleinerziehende ist es enorm entlastend, wenn sie verlässliche Informationen und konkrete Angebote nicht mühsam zusammensuchen müssen, sondern alles an einem Ort gebündelt finden. Genau das leistet die App – niederschwellig, alltagstauglich und mit Blick auf die Bedürfnisse der Betroffenen.“
Ohne die großzügige Unterstützung der Blasius-Schuster-Stiftung wäre der technische Neustart nicht denkbar gewesen und Mediengestalterin Natalie Brosch, die die Initiative für Alleinerziehende im Westerwald von Anfang an ehrenamtlich und kreativ begleitet, sorgte mit dem Logo und passendem Icon für das digitale Gesicht der App.
Beate Ullwer, Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises, zeigt sich erfreut über den Neustart:
„Die App ist ein wichtiger digitaler Baustein für mehr Sichtbarkeit, Unterstützung und Vernetzung von Alleinerziehenden im Westerwald. Umso mehr freue ich mich, dass dieses Projekt nun wieder voll durchstarten kann.“
Die Allize-App steht ab sofort kostenfrei in den App-Stores zur Verfügung: https://qrcode.appack.de/ALLIZE-APP
+ Weiterführende Informationen zur Initiative für Alleinerziehende im Westerwald
Die „Initiative für Alleinerziehende im Westerwald“ wurde von der Bundestagsabgeordneten Dr. Tanja Machalet ins Leben gerufen. Sie ist ein Zusammenschluss aus verschiedenen Behörden und Einrichtungen, die Ansprechpartner und Anlaufstationen für alleinerziehende Mütter und Väter sind und somit ein Netzwerk aus Expertinnen und Experten für sämtliche Belange Alleinerziehender und deren Familien bilden. Betroffene erhalten so in allen Fragen des Alltags niedrigschwellig und gebündelt Informationen und Unterstützung.
Derzeit wird die Initiative für Alleinerziehende neben Dr. Tanja Machalet von der Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises, dem Caritasverband Westerwald/Rhein-Lahn, der Diakonie Westerwald, Donum Vitae, dem Jobcenter Westerwald, der Agentur für Arbeit, der Katholischen Familienbildungsstätte, dem Notruf Frauen gegen Gewalt, dem Familienferiendorf Hübingen und der WeKISS – Westerwälder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe unterstützt.
Foto (Gabriele Thielmann): Die Initiative für Alleinerziehende im Westerwald schickt (biologisch abbaubare) Ballons in den Himmel, um die gute Nachricht vom Comeback der Allize-App in den Westerwald zu tragen.
Umgangsrecht versus Schutz vor Gewalt
Reader zur Fachtagung veröffentlicht
Wie können von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder wirksam geschützt werden, wenn das Wahrnehmen von Umgangsrecht sie gefährden könnte? Diese Frage brannte den zahlreichen Teilnehmenden der Fachtagung des Runden Tisches gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen Rhein-Westerwald unter den Nägeln. Vertreterinnen und Vertreter von Beratungsstellen, Jugendämtern, Polizeidienststellen und Schulen verfolgten aufmerksam die Ausführungen von Sabine Heinke, weitere aufsichtführende Richterin am Amtsgericht – Familiengericht a. D. Diese klärte unter anderem über die Abläufe der familiengerichtlichen Verfahren im Kontext von Gewalt auf.
Hilfe bei häuslicher Gewalt
Gewalt in der Partnerschaft, im häuslichen Umfeld und in der Familie darf nicht toleriert, sondern muss gesellschaftlich verurteilt werden. Vor allem Frauen sind betroffen, in 4 von 5 Fällen ist der Täter männlich. Dabei ist körperliche Gewalt nur ein Aspekt, um Macht und Kontrolle auszuüben. Dazu gehört psychische Gewalt ebenso wie Demütigungen, Drohungen, Einschüchterungen, soziale Isolation oder wirtschaftlicher Druck. Auch wenn Kinder nicht selbst Gewalt erfahren, so sind sie häufig doch betroffen und benötigen Hilfe und Unterstützung.
Keine Frau muss Gewalt aushalten - jede hat ein Recht auf ein selbst bestimmtes, gewaltfreies und glückliches Leben!
Betroffene im Westerwaldkreis können sich an nachstehende Institutionen wenden, um Ansprechpartnerinnen zu finden. Die Beratung kann ambulant, telefonisch oder online in Anspruch genommen werden. Unter den angegebenen Webseiten finden Sie weitere Informationen.
- Frauenhaus-Beratungsstelle 0 26 62 / 58 88
www.frauenhaus-westerwald.de - Interventionsstelle bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen 0 26 63 / 91 13 53
www.notruf-westerburg.de/interventionsstelle-ist - Notruf Frauen gegen Gewalt e. V. 0 26 63 / 86 78
www.notruf-westerburg.de/notruf - Matia Beratung für beeinträchtigte Frauen 0 26 63 / 968 03 31
www.notruf-westerburg.de/matia - Kinderschutzdienst Westerwald 0 26 62 / 20 94 69 00
www.kijufa.drk-rlp.de/kinderschutzdienst
Bundesweit steht rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116 016 zur Verfügung. Das Beratungsangebot ist anonym, kostenfrei, barrierefrei und in 18 Sprachen verfügbar.
Auch für Menschen, die befürchten, selbst zum Täter zu werden, gibt es ein telefonisches Hilfsangebot des Notfalltelefons zur Verhinderung von Übergriffen durch tatgeneigte Personen über die bundesweite kostenfreie Hotline 0800 70 222 40, montags bis freitags, 9 bis 18 Uhr
Weitere Infos und Unterstützung auch durch die Gleichstellungsstelle des Westerwaldkreises unter 02602 / 124-606.
Frauenpolitik
Mit freundlicher Genehmigung Frauenbüro der Landeshauptstadt Mainz
Ansprechpartner:
Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises
Frau Bianca Westphal
02602 124-606
gleichstellungsstelle@westerwaldkreis.de
Downloads:
Gewaltfreie Erziehung
Kompass für Frauen Online-Ausgabe 2020
Flyer: Frauen vorne dabei
Reader der Fachtagung: Digitalisierung – neue Wege zur Diffamierung, Bloßstellung, Belästigung und Überwachung
Reader der Fachtagung: Umgangsrecht vs. Gewaltschutz – wenn das Umgangsrecht den Schutz der von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder aushöhlt
