Hilfen für psychisch erkrankte Menschen

Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie

Das rheinland-pfälzische Landesgesetz über Hilfen bei psychischen Erkrankungen (kurz: PsychKHG) hat das Ziel, die Erkrankung zu heilen, deren Verschlimmerung zu verhüten und Krankheitsbeschwerden zu lindern sowie der gesellschaftlichen Ausgrenzung der psychisch erkrankten Person entgegen zu wirken und ihre selbstständige Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Dabei sollen die Hilfen für psychisch erkrankte Menschen so organisiert sein, dass sie von den Betroffenen in ihrem gewohnten Lebensraum in Anspruch genommen werden können. Für die Planung und Koordination der dazu notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten in unserer Region ist die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises verantwortlich. Die dazu eingerichtete Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie stimmt, seit 1996, die Hilfen in der gemeindenahen Versorgung aufeinander ab.

Sie initiiert in Kooperation mit den zahlreichen Einrichtungen im Westerwaldkreis diverse Projekte und bietet in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen Unterstützungsmöglichkeiten für psychisch erkrankte Menschen an.

Die Aufgaben der Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie sind:

  • Planung und Steuerung von Hilfsangeboten in der Region
  • Förderung der Kooperation der Einrichtungen der gemeindenahen Versorgung
  • Beratungs- und Informationsdienst für Betroffene, Angehörige und Institutionen
  • Geschäftsführung und Leitungsaufgaben in regionalen Arbeitskreisen und Gremien
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Gleichstellung von psychisch und somatisch kranken Menschen


Wenn Sie Fragen zu Leistungen für Menschen mit Behinderungen haben, dann stehen Ihnen die Mitarbeiter der Eingliederungshilfe gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner/in der Eingliederungshilfe:

Herr Volker Müller
02602 124-345
volker.mueller@westerwaldkreis.de

Vortrag „Volkskrankheit Depression" am 26. August

Als nächstes Angebot lädt die Westerwälder Allianz gegen Depression in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Betreuungsbehörde und der Betreuungsvereine des Westerwaldkreises zu einem Vortrag ein: Am 26. August um 18 Uhr steht dabei die „Volkskrankheit Depression“ im Fokus und die Zuhörer erhalten Einblicke in Symptome, Ursachen und Behandlungsansätze. Referent ist Dr. med. Franz Bossong, der als Facharzt an der Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Dernbach tätig ist. Veranstaltet wird das Event im Peter-Paul-Weinert-Saal in der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises in Montabaur. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei.

Veranstaltungsreihe „Hinterm Ruhestand geht es weiter“ im September
Foto: Deutscher Volkshochschulverband DVV

Praktische Unterstützung, um aktiv und fit zu bleiben

Der Schritt in den Ruhestand fällt manchmal schwerer als gedacht und nach all der tatkräftigen Arbeit droht mit dem Wegfall der Aufgaben die Gefahr, „in ein Loch zu fallen“. In einer Veranstaltungsreihe erhalten angehende Rentnerinnen und Rentner sowie Ruheständler nun hilfreiche Tipps, mit denen sie präventiv die psychische Gesundheit stärken können und Ideen, wie sie etwa durch ehrenamtliches Engagement neue Betätigungsfelder für sich finden können. Das Angebot „Hinterm Ruhestand geht es weiter“ besteht aus drei kostenfreien Modulen, die jeweils einzeln gebucht werden können. Diese werden gemeinschaftlich veranstaltet von der Seniorenleitstelle & Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, der Kreis-Volkshochschule Westerwald, dem Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz.

ZUM  ÜBERBLICK  IM  FLYER

Am 1. September um 18.00 Uhr startet die Reihe mit der Hybridveranstaltung „Fit für Online-Seminare“. Dabei erhalten die Teilnehmer eine Einführung in das Online-Programm ZOOM für Videokonferenzen, um mit dem neu erlernten Wissen künftig an Online-Veranstaltungen teilhaben zu können. Diese Einführungsveranstaltung wird gefördert durch das Digi-Netz des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung Rheinland-Pfalz.

Das zweite Modul informiert am 2. September von 17.00 bis 19.00 Uhr in einem digitalen Vortrag über das Thema „Ruhestand ahoi – jetzt schon die Segel neu setzen und Klippen umschiffen“. Annika Kersting von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und Dipl.-Sozialpädagogin/Dipl.-Pädagogin Elisabeth Portz-Schmitt berichten über die psychosoziale Bedeutung der Veränderung und die Risiken depressiver Erkrankungen. Zudem geben sie Einblick in die aktiven Gestaltungsmöglichkeiten während des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand. Dieses Modul wird in Kooperation mit dem Projekt „Gesundheit für alle!“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e. V. (LZG) gestaltet.

Abgerundet wird das modulare Gemeinschaftsprojekt mit der Präsenzveranstaltung „Vielfalt des Ehrenamts entdecken & erleben“ am 5. September von 15.00 bis 18.00 Uhr in der Kreisverwaltung Montabaur. Hintergrundinformationen bietet zunächst der Fachvortrag von Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst, Diözesangeschäftsstelle Limburg. Anschließend bringt eine Bewegungsbegleiterin die Teilnehmer mit Übungen in Schwung, damit diese dann aktiv unter dem Motto „Wer rastet, der rostet“ die kleine Mini-Messe „Markt der Möglichkeiten“ erkunden können. Hier stellen unter anderem ehrenamtlich Tätige verschiedene Beschäftigungsfelder vor, machen Lust, sich zu engagieren und dienen als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema „Ehrenamtliches Engagement“. Zur kleinen Stärkung zwischendurch werden Snacks bereitgestellt.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zu den verschiedenen Modulen gibt es unter www.vhs-ww.de, per E-Mail an info@vhs-ww.de sowie unter der Telefonnummer 02602 124-420.

Foto: Deutscher Volkshochschulverband DVV

Buz: Durch ehrenamtliches Engagement eröffnen sich im Ruhestand neue Betätigungsfelder.

Expedition Depression: Roadmovie im Hachenburger Kino

Kinofilm „Expedition Depression“ - Roadmovie stößt auf großes Interesse

In Kooperation mit der Westerwälder Allianz gegen Depression hatte die Selbsthilfekontaktstelle WeKISS zur Kinovorstellung von „Expedition Depression – Ein bewegendes Roadmovie“ ins Cinexx Hachenburg eingeladen. Über 140 Zuschauer – darunter Betroffene, Angehörige und Fachkräfte – waren der Einladung gefolgt. „Die große Resonanz zeigt, wie verbreitet das Interesse an einer Auseinandersetzung mit dem Thema Depressionen ist“, zieht Moritz Schlenbäcker, Pädagogischer Mitarbeiter der WeKISS, ein Fazit. „Durch den Film ist das in ganz eindrücklicher Weise möglich. Da hier Betroffene sehr offen über ihre Erkrankung und den Umgang damit erzählen.“

Im Nachgang zum Film informierten die verschiedenen Institutionen der Westerwälder Allianz gegen Depressionen über Unterstützungsmöglichkeiten von Menschen mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen. „Unser Ziel ist, über die weit verbreitete Erkrankung Depression aufzuklären, Hilfsangebote aufzuzeigen und neue Angebote ins Leben zu rufen. Wir freuen uns, dass uns dies auch mit der Kinoveranstaltung gelungen ist und wir vielen Menschen die Angebote im persönlichen Gespräch näherbringen konnten“, erklärte Angela Hartmann von der Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises stellvertretend für die Westerwälder Allianz gegen Depressionen.

Wie wertvoll es ist, Erfahrungen auszutauschen, sich gegenseitig zu unterstützen und den Fokus auf positive Veränderungen zu legen, zeigte die WeKISS mit der Arbeit von Selbsthilfegruppen. Fragen zur Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen beantwortet die WeKISS unter 02663 2540 oder info@wekiss.de. Informationen zur Westerwälder Allianz gegen Depressionen sowie Einrichtungen und Unterstützungsangeboten im Westerwaldkreis sind bei der Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises erhältlich: 02602 124-424 oder angela.hartmann@westerwaldkreis.de.

Das nächste Angebot der Westerwälder Allianz gegen Depression wird am 25. und 26. Oktober als Workshop „Kunst für die Seele – Kreativität und gewaltfreie Kommunikation gehen Hand in Hand“ in Siershahn durchgeführt. Weitere Informationen und Anmeldung über die Kreis-vhs: info@vhs-ww.de oder 02602 124-420.

Kreative Wege zur seelischen Gesundheit

Kreativität und gewaltfreie Kommunikation gehen Hand in Hand – unter dieser Prämisse hatte die Westerwälder Allianz gegen Depression zum zweitägigen Workshop „Kunst für die Seele“ geladen. Die schnell ausgebuchte Veranstaltung richtete sich an Menschen mit depressiven Erkrankungen, die sich nicht in einer akuten Krise befinden.

Die Kursleiterinnen Susanne Kinder-Walenta und Ursula Reppmann-Wörsdörfer freuten sich über den regen Zuspruch und den erfolgreichen Verlauf. Intention des Workshops war es, dass die Teilnehmenden die Techniken der gewaltfreien Kommunikation erlernen und kreativ in ihren Alltag integrieren können, wodurch sie einen positiven Effekt auf ihre seelische Gesundheit erfahren. Hierfür gab es am ersten Tag Informationen und Tipps zu „Gewaltfreier Kommunikation". Am zweiten Tag ging es im kreativen Teil darum, begleitet von Musik Gefühlsmonster zu erstellen und Möglichkeiten zu entdecken, wie sich die Teilnehmenden beispielsweise durch Spaziergänge und Atemübungen Auszeiten schaffen können.

„Die Westerwälder Allianz gegen Depression verfolgt das Ziel, die Erkrankung Depression aus der ,Stigmatisierungsschublade‘ zu holen. Und wenn dabei dann auch noch so wundervolle Kunstwerke entstehen, sind wir auf dem richtigen Weg“, berichtet Angela Hartmann, Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie des Westerwaldkreises. Das Kunstangebot wurde durch die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises und Mittel des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit finanziert.

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