Neue Kabinettausstellung im Landschaftsmuseum Westerwald

Die Modelle bestechen nicht nur durch ihre maßstabsgetreue Verkleinerung mit höchster Präzision, sondern auch durch ihre Funktionalität, denn alles ist beweglich – so wie bei den jeweiligen originalen Vorbildern.
Aus der Not eine Tugend gemacht
Rudi Wengenroth war Soldat im zweiten Weltkrieg und wurde im Juli 1944 mit 18 Jahren in der Normandie schwer verwundet. Fünf Jahre später kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in seinen Heimatort Berzhahn zurück. Er saß im Rollstuhl und konnte seinen Beruf als Schlosser nicht mehr ausüben. Doch die Erwerbslosigkeit hat ihn nicht entmutigt. Mit großer Hingabe widmete er sich dem Modellbau, wofür er regelmäßig einen Schraubstock an den Esstisch montierte und so die heimische Küche zur Werkstatt umgestaltete.
Besonders hatten es ihm landwirtschaftliche Geräte angetan. Eine Initialzündung war dabei die seit Anfang der 1970er Jahre in Berzhahn nicht mehr benötigte Dreschhalle, in der noch einige bäuerliche Gerätschaften untergestellt waren. Diese sollten verschrottet werden und Rudi Wengenroth dokumentierte sie zuvor mit Fotos, Skizzen und Größenangaben in einem Notizbuch. Dann rechnete er die Maße um und der Modellbau mit vor allem Holz und Blech konnte beginnen.
Ein Besuch der Ausstellung ist bis zum 21. Dezember möglich, Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr im Landschaftsmuseum Westerwald, Leipziger Straße 1 in Hachenburg.

