Gleichstellungsstelle informiert

Frauen solidarisch im Netz und in der Gesellschaft

Der Arbeitskreis Internationaler Frauentag Westerwaldkreis hatte auch in diesem Jahr wieder zu einer kulturell-politischen Aktion am 8. März eingeladen. Im Kulturzentrum Alte Kirche Staudt gaben die Choryfeen unter der Leitung von Jessica Burggraf mit „Girls just wanna have fun“ das Eröffnungsmotto vor.

Gabi Weber hob in ihrer Begrüßung die nach wie vor große Bedeutung des Internationalen Frauentages hervor, der zwar in der öffentlichen Wahrnehmung als „Weltfrauentag“ zugenommen habe, aber in seiner Aussage für die weltweiten Frauenrechte nicht heruntergespielt werden dürfe. Dass die meisten Errungenschaften in Sachen Geschlechtergerechtigkeit immer noch unsichtbar gemacht werden und die jüngste feministische Geschichte Gefahr laufe, durch rechtsnationalistische Parteien und dem dazugehörigen menschenfeindlichen Denken wie Handeln umgeschrieben und verzerrt zu werden, wurde in dem Redebeitrag des Abends der Berliner Autorin und Netz-Aktivistin Anne Wizork dargestellt.

Anne Wizorek sprach in ihrem Beitrag über eben diese Frauenrechte im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte über Sexismus und sexualisierter Gewalt. Anhand ihres eigenen Werdegangs berichtete sie von ihrer Entwicklung als Feministin. Haben Frauen der 2. Frauenbewegung noch auf der Straße für ihre Rechte demonstriert, findet heute ein Großteil dieser Kundgebungen im Internet statt. Dies schaffe eine größere Vielfalt und gebe der einzelnen Frau gleichzeitig ein Gefühl der Solidarität und die Erfahrung, mit dem Erlebten nicht allein zu sein.

Viele der Probleme um Gleichberechtigung seien nicht neu, sie müssten immer wieder in die Öffentlichkeit gebracht und bekämpft werden. Stichworte wie Altersarmut von Frauen genauso wie Gewalt gegen Frauen hätten ihren Ursprung im Ungleichgewicht der Geschlechter.

Es brauche positive, eigene Zukunftsvisionen, die Antrieb und Motor sind: eine Gesellschaft, in der alle Menschen ein gutes Leben in Würde führen können, Respekt erfahren und die Chance haben, sich zu entfalten – unabhängig vom Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Ausbildung, Arbeit – und eine Gesellschaft, in der entsprechend der Bedürfnisse für einander gesorgt wird.

„Unsere Welt ist schließlich nicht wie im Film, wo sich die Bedrohung aufbaut und dann ein Superheld vorbeigeflogen kommt, um uns zu retten. Im echten Leben müssen wir selbst diese Heldinnen sein.“, so der Schlussappell der Berliner Feministin.

Neben Chorgesang und Vortrag bereicherte eine Ausstellung der Langenhahner Künstlerin Theresia Müller-Kunz die von der LAG „anderes lernen“ unterstützte Veranstaltung.

Foto: Pressestelle der Kreisverwaltung

Buz: Die Veranstalterinnen des Arbeitskreises 8. März im Westerwaldkreis mit den Akteurinnen des Abends: v.l.n.r. Nina Engel (VG-Gleichstellungsbeauftragte Westerburg), Silke Hanusch (VG-Gleichstellungsbeauftragte Hachenburg), Beate Ullwer (Gleichstellungsbeauftragte des Westerwaldkreises), Marlies Donnhauser (Frauenhaus Westerwald), Gabi Weber (dgb Region Koblenz), Konni Kaiser (Frauenzentrum Beginenhof), Claudia Wienand (Präventionsbüro Ronja), Anne Wizorek und Theresia Müller-Kunz.

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