Senioren entdeckten für sich sinnstiftende neue Tätigkeiten

Foto: Kreisverwaltung / Nicole Chemnitz

Ehrenamt erleichtert Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand

Etwas Gutes für andere und etwas Sinnvolles für sich selbst tun – mit diesem Ziel kamen rund 30 angehende Ruheständler oder bereits Rentner in die Kreisverwaltung Montabaur. Bei der Veranstaltung „Vielfalt des Ehrenamts entdecken & erleben“ suchten sie nach einem passenden Angebot, um sich zu engagieren.

„Stellen Sie sich vor, Sie unterschreiben heute Verträge in Millionenhöhe und schauen ab morgen ihrem Partner beim Kartoffelschälen zu“, verdeutlichten die Veranstalter bei der Begrüßung das Gefühl mancher Ruheständler, in ein tiefes Loch zu fallen. Nicht umsonst ist die Zahl von (versuchten) Suiziden in der Altersgruppe 55 bis 65 besonders hoch. Genau hier können ehrenamtliche Tätigkeiten Orientierung, tieferen Sinn und sozialen Anschluss bieten.

Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst erläuterte zunächst in ihrem Vortrag die große Bandbreite der ehrenamtlichen Betätigungen, Daten und Fakten. Bei ihrer Frage, was die Anwesenden mit Ehrenamt verbinden, herrschte weithin Staunen, denn alle Assoziationen waren positiv: Helfen, Verantwortung, Erfüllung, strukturierter Tagesablauf und Spaß wurden unter anderem genannt. Aber auch Erlerntes weiterzugeben und den eigenen Horizont zu erweitern, war ihnen wichtig. Beim Wunsch, aktiv zu bleiben, half dann direkt die Bewegungsbegleiterin Schwester Barbara Spiegelhoff, deren Auflockerungsübungen für den Alltag zum begeisterten Mitmachen animierten.

Anschließend hatten dann die Besucherinnen und Besucher bei der Mini-Messe „Markt der Möglichkeiten“ die Gelegenheit, sich über regionale Ehrenamtsangebote zu informieren. In persönlichen Gesprächen mit den Ausstellern konnten sie neue Aufgaben entdecken und erste Kontakte knüpfen, um sich einzubringen. Vom Digitalbotschafter über Sicherheitsberater und Nachbarschaftshelfer bis hin zum Lesepaten und Ausbildungsbegleiter – vor Ort gab es so Einiges im vielseitigen Ehrenamtsspektrum zu erkunden. Die Vereine und Organisationen zeigten sich begeistert, weil ernsthaftes Interesse bestand und ein intensiver Austausch erfolgte.

Inforeihe „Hinterm Ruhestand geht es weiter“

Die Veranstaltung bildete den gelungenen Abschluss der Inforeihe „Hinterm Ruhestand geht es weiter“, die gemeinschaftlich von der Seniorenleitstelle und der Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, der Kreis-Volkshochschule Westerwald, dem Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur und der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz organisiert wurde.

Im ersten Modul erhielten die Teilnehmenden in der Hybridveranstaltung „Fit für Online-Seminare“ eine Einführung in ZOOM für Videokonferenzen. Mit dem neu erlernten Wissen können sie künftig an Online-Veranstaltungen teilnehmen und sie starteten dadurch auch entspannt in das zweite Modul der Reihe: In einem digitalen Vortrag berichteten Annika Kersting von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und Dipl.-Sozialpädagogin/Dipl.-Pädagogin Elisabeth Portz-Schmitt über das Thema „Ruhestand ahoi – jetzt schon die Segel neu setzen und Klippen umschiffen“. Im Mittelpunkt standen dabei die psychosoziale Bedeutung der Veränderung und die Risiken depressiver Erkrankungen. Entscheidend war für viele die Erkenntnis, dass es wichtig ist, sich auf den Ruhestand vorzubereiten.

Die Veranstalter der Inforeihe waren überrascht, wie offen die Menschen ansprachen, dass der Übergang ins Rentenalter für sie schwierig ist beziehungsweise war, denn oft werde das tabuisiert. Allen Beteiligten lag sehr am Herzen, sich gegenseitig zu unterstützen und dabei zu helfen, gemeinsam diesen Schritt gut zu meistern. So herrschte auch der Wunsch, die Veranstaltungen in irgendeiner Form fortzuführen, zumal bei der großen Breite ehrenamtlicher Tätigkeiten noch mehr Vereine und Organisationen mit Interessierten zusammengeführt werden sollten. Welche Möglichkeiten die Aussteller diesmal für Ehrenamtler bereithielten, kann in der unten stehenden Übersicht nachgelesen werden. Hier gibt es auch Kontaktdaten für Interessierte.

Hilfe bei Depressionen

Bei psychischen Problemen gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die Hilfe bieten. Betroffene finden diese unter anderem im „Kompass für psychische Gesundheit im Westerwaldkreis“ unter https://www.westerwaldkreis.de/hilfen-fuer-psychisch-erkrankte-menschen.html mit Ansprechpartnern für beispielsweise ambulante und akute Versorgung, Rehabilitation, Selbsthilfe und tägliche Bedarfe. Dieser kann auch als Print-Broschüre unter psychiatriekoordination@westerwaldkreis.de angefordert werden.

Fotos: Kreisverwaltung / Nicole Chemnitz

Buz oben: Bei der Eröffnung erläuterten die Veranstalter, warum dies für sie ein Herzensthema ist: (v.l.n.r.) Bianca Westphal, Seniorenleitstelle, und Angela Hartmann, Koordinierungsstelle für Gemeindepsychiatrie, beide Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, Claudia Franke, Kreis-Volkshochschule Westerwald, und Judith Gläser, Generationenbüro der Verbandsgemeinde Montabaur.

Buz2: Lena Petersen vom Malteser Hilfsdienst erläuterte in ihrem Vortrag die große Bandbreite der ehrenamtlichen Betätigungen.

Buz3: Mit großem Interesse verfolgten die Anwesenden das Programm und beteiligten sich rege am anschließenden Austausch mit den Ausstellern.

Angebote für ehrenamtliches Engagement

 


Name Institution/Verein

 


Was macht die Institution/der Verein?

 


Was können Ehrenamtliche dort tun?

 


Kontakt bei Interesse

 


Weitere Infos unter

 
 


SES-VerAplus (Senior Expert Service/Unterabteilung VerA)

 


Ehrenamtliche Begleiter geben Azubis Einzelnachhilfe bei Schwächen in der Theorie mit dem Ziel, dass sie die Prüfung bestehen.

 


Azubis aller Berufsgruppen unterstützen

 


Erwin Fries
koblenz@vera.ses-bonn.de
0171-2651088

 


www.vera.ses-bonn.de

 
 


Betreuungsverein AWO WW e. V.

 


Wir bieten persönliche und fachliche Begleitung sowie Beratung für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer sowie Interessierte an. Wir führen Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Betreuungsrecht durch und informieren über Vorsorgevollmachten, Patienten- und Betreuungsverfügungen.

 


Sie können ehrenamtliche gesetzliche Betreuer werden. Sie werden von uns beraten und unterstützt.

 


Melanie Taubert und Christa Rörig
awo@awo-westerwald-betreuung.de
02602-10665-12 bzw. -13

 


www.awo-westerwald-betreuung.de

 
 


Generationengemeinschaft Ruppach-Goldhausen lebenswert e. V.

 


Wir bieten Einkaufshilfen, Einkaufsbegleitung, Begleitung zum Arzt bzw. Behördengänge. Wir organisieren Veranstaltungen: Dorfcafé, Dorffrühstück, Infoveranstaltungen. Wir bieten Räumlichkeiten für Krabbelgruppe, Bastelnachmittage für Kinder.

 


Hilfe bei der Organisation der Veranstaltungen, Fahrdienste für Einkäufe, Begleitung zum Arzt, Hilfe bei schriftlichen Arbeiten

 


Tatjana Dees
lebenswert@ru-go.de
02602-1066110

 


www.ru-go.de

 
 


Verbandsgemeinde Montabaur, Chancenpatenschaften

 


Vermittlung von Patenschaften für geflüchtete oder benachteiligte Kinder

 


Sie können Kinder begleiten in der Schule (Hausaufgabenhilfe), Abholdienste, Kinder zum Training begleiten, Eltern bei schriftlichen Aufgaben unterstützen, ggf. Begleitung zu Ehrenamt etc. eigentlich, was den Ehrenamtlern Spaß macht und den Kindern gut tut, Ausbildungsplätze vermitteln.

 


Marie-Theres Wagner, Integrationsbüro
mwagner@montabaur.de
02602-126-309

 


www.chancenpatenschaften.de

 
 


Verbandsgemeinde Montabaur, Projekte-Werkstatt „Ich bin dabei!“

 


Jeder kann seine Projekt-Idee mit anderen umsetzen. 14 Gruppen – Gartenbörse, Technik-Werkstatt, Selbstverteidigung für Senioren, Walking für 60 +, Digital aktiv mit 60 +

 


eigene Projektideen umsetzen – persönliche Interessen stehen dabei im Vordergrund - eigenständig

 


Judith Gläser
jglaeser@montabaur.de
02602-126-308

 


www.ich-bin-dabei-verbandsgemeinde-montabaur.de

 
 


DRK - Lernpatenprojekt

 


Das Lernpatenprojekt an den Grundschulen. Coaching und Hilfe bei der Vermittlung für neue Lernpaten

 


Den Kindern in der Grundschule circa zwei Schulstunden Zeit schenken. Dadurch blühen Kinder auf, werden selbstbewusster, sozialer und die Motivation steigt.

 


Julian Hommrich
lernpate@westerwaldkreis.de
02602-124-397

 


www.westerwaldkreis.de

 
 


Digital-Botschafter Montabaur

 


Digitalbotschafter zeigen Senioren, welche Möglichkeiten das Internet im Alltag bietet und erklären den sicheren und souveränen Umgang mit digitalen Medien.

 


Wissen vermitteln, Unterstützung, Hilfe im digitalen Alltag, Kontakte knüpfen

 


Roswitha Herz
di.bo.herz.moschheim@t-online.de
02602-69285
0176-84947018

 


https://digital-botschafter.silver-tipps.de

 
 


Wäller helfen e. V.

 


Größtes Nachbarschaftshilfe-Netzwerk in Rheinland-Pfalz, vernetzen hilfesuchende Menschen mit denen, die Hilfe anbieten

 


Seniorenhilfe, Jugendhilfe, Projektarbeit

 


info@waellerhelfen.de
0800-9235537

 


www.waellerhelfen.de

 
 


Freiwilligenagentur FEE Westerwald

 


Wir vermitteln Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten an Vereine oder Institutionen, die Ehrenamtler suchen und unterstützen bei der Umsetzung von neuen Ideen im Ehrenamt.

 


ein passendes Ehrenamt suchen

 


Ilka Brec
info@fee-westerwald.de
02663-2540

 


www.fee-westerwald.de

 
 

 

Regionale Diakonie Westerwald

 

 


Neben vielfältigen Beratungsangeboten für Menschen in Krisen oder Notsituationen hält die Regionale Diakonie Westerwald auch die Angebote eines Second-Hand Kleiderladens in Bad Marienberg, die Tafel Westerwald mit ihren acht Ausgabestellen im Westerwald sowie das Café Wällerland in Westerburg vor.

 


Tafel Westerwald – Lebensmittel retten und Menschen helfen: in Hachenburg, Rennerod, Bad Marienberg, Westerburg, Montabaur, Ransbach-Baumbach, Höhr-Grenzhausen und Herschbach Uww., Mithilfe bei der Abholung der Lebensmittel, deren Sortierung und Ausgabe sowie in der Verwaltung

Kleiderladen MittenDRIN und mehr in Bad Marienberg: Second-Hand-Kleidung für alle. Mitarbeit im Verkauf, bei der Kundenberatung und in der Sortierung

Café Wällerland – Unser Platz am Markt in Westerburg: Mitarbeit im Serviceteam

 


Petra Strunk
petra.strunk@regionale-diakonie.de
02663 9430-0

 


www.diakonie-westerwald.de

 
 


Seniorenleitstelle

 


Unter dem Motto „Gut leben und älter werden im Westerwald!“ initiieren wir Projekte, die helfen, die tiefgreifenden Prozesse des demografischen Wandels im Sinne einer zukunftsgerichteten Seniorenarbeit zu gestalten.

 


eine Ausbildung zum Seniorensicherheitsberater absolvieren

 


Bianca Westphal
bianca.westphal@westerwaldkreis.de
02602 124-482

 


www.westerwaldkreis.de

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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