Ärztliche Versorgung im Westerwaldkreis

Niederlassungsförderung für Mediziner im Westerwaldkreis

Der Westerwaldkreis möchte die ärztliche Versorgung durch Haus- und Fachärzte auch zukünftig sicherstellen und daher die Niederlassung und Neuanstellung von Ärztinnen und Ärzten im Kreisgebiet des Westerwaldkreises (Fördergebiet) finanziell fördern. In den nächsten Jahren werden zunehmend mehr Ärztinnen und Ärzte im Westerwaldkreis ihre Praxis altersbedingt aufgeben, so dass in mehreren Bereichen eine Unterversorgung durch Haus- und Fachärzte droht. Zudem entscheiden sich immer weniger Ärztinnen und Ärzte für eine Niederlassung im ländlichen Raum.

Durch das Förderprogramm soll eine Niederlassung oder Neuanstellung attraktiver gestaltet und ein wirtschaftlicher Anreiz geschaffen werden. Zu diesem Zweck hat der Kreistag diese Richtlinie in seiner Sitzung am 10.12.2021 beschlossen.

Downloads für die Gewährung einer Zuwendung nach der Richtlinie zur Förderung der Niederlassung von Ärztinnen und Ärzten im Westerwaldkreis:

Netzwerkarbeit

Regelmäßig werden drei bis viel Mal im Jahr Netzwerktreffen im Westerwaldkreis durchgeführt. Zu den Eingeladenen zählen dabei:

  • Vertreter der Verbandsgemeinden
  • Vertreter der Krankenhäuser
  • Ärzte und Ärztinnen aus dem Westerwaldkreis

Die Themen sind flexibel und auf die aktuellen Entwicklungen angepasst.

Foto: Kreisverwaltung / Carolin Faller

Pressemitteilung (23.11.2023):

Netzwerkarbeit und verschiedene Angebote

Ärztliche Versorgung im Westerwaldkreis sichern

Der allgemein herrschende Ärztemangel ist auch im Westerwaldkreis spürbar. Viele Menschen bekommen keine Facharzttermine, sie finden keinen Haus- oder Kinderarzt. Um die ärztliche Versorgung in der Region mittel- und langfristig zu sichern, hatte die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises zu einem ersten Netzwerktreffen nach Montabaur geladen. Unter den Teilnehmenden fanden sich Vertreterinnen und Vertreter der Verbandsgemeinden und der Krankenhäuser sowie Ärztinnen und Ärzte aus dem Westerwaldkreis. „Dieser offene Austausch ist ein wichtiger Schritt, denn klar ist: Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, kann etwas bewirkt werden“, betont die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland.

Bei dem Netzwerktreffen wurde intensiv diskutiert, in welchen Bereichen derzeit die größten Herausforderungen liegen. So mache etwa die überladende Bürokratie in den Praxen mit konstant drohenden Regressen die Niederlassung für Ärztinnen und Ärzte zunehmend unattraktiver. Hinzu käme, dass sich immer weniger für den ländlichen Raum entschieden und sich für altersbedingt geschlossene Praxen oft keine Nachfolge fände. Mehrfach verdeutlichten die Teilnehmenden zudem, dass die Budgetierung und die seit Jahren unveränderten Vergütungssätze ein Problem darstellten. Außerdem seien die Voraussetzungen für Weiterbildungsangebote zu komplex und die langen, unflexiblen Arbeitszeiten könnten nur schwer mit der größeren Bedeutung von Work-Life-Balance vereinbart werden.

Gemeinsam wurden bei dem Austausch Ideen entwickelt, wie die Probleme bewältigt werden können. Miriam Kretz, Ansprechpartnerin für ärztliche Versorgung im Gesundheitsamt, erläuterte dabei geplante Maßnahmen der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises. Neben der finanziellen Förderung von Niederlassungen stelle die Netzwerkarbeit einen wichtigen Bestandteil ihrer Arbeit dar. Geplant sei zudem ein neues Beratungsangebot, das sich an zugewanderte, ausländische medizinische Fachkräfte richte. Ziel ist es, diese beim Anerkennungsverfahren zur deutschen Approbation oder Berufserlaubnis zu unterstützen, sodass sie ihre ärztliche Tätigkeit im Westerwaldkreis aufnehmen können.

Darüber hinaus bereitet die Kreisverwaltung für das kommende Jahr ein Mediziner-Camp vor, das sich an Medizinstudierende ab dem 5. Semester (bestandenes Physikum) richtet. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen sollen sie in der vorlesungsfreien Zeit die Berufsmöglichkeiten und die Vorzüge der Region entdecken können. Geboten werden interessante medizinische Workshops und Vorträge in Praxen, Krankenhäusern und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Kombiniert wird dies mit Erlebnistouren durch den Westerwaldkreis, um die Region vorzustellen und als möglichen neuen Lebensmittelpunkt zu präsentieren.

Bereits im Dezember 2021 hatte der Kreistag beschlossen, die Niederlassung und Neuanstellung von Ärztinnen und Ärzten im Kreisgebiet finanziell zu fördern. Dadurch sollte ein wirtschaftlicher Anreiz geschaffen werden. Im Jahr 2022 gingen daraufhin zwölf Anträge ein, die auch größtenteils bewilligt wurden. Weitere Anträge aus 2023 werden derzeit bearbeitet.

„All diese Maßnahmen sollen die ärztliche Versorgung verbessern. Dabei gilt es, langfristig zu planen, denn schnelle Lösungen wird es aufgrund der allgemein schwierigen Situation im medizinischen Umfeld nicht geben“, erklärt Gabriele Wieland.

Mediziner-Camp

Anmeldung zum Mediziner Camp 2026

Programm Mediziner-Camp 2026

Dienstag, 25.08.2026

  • Anreise nach Montabaur in die Kreisverwaltung bis 12.00 Uhr
  • Begrüßung & Kennenlernen der Region
  • Talks rund um den Arztberuf:
    → "Mein Weg in die Praxis"
    → Öffentliches Gesundheitswesen
  • Austausch mit Ärzten & der Kassenärztlichen Vereinigung
  • Check-in "TIN INN" Hotel Montabaur (Webseite Hotel)
  • Abendessen mit Rahmenprogramm

Mittwoch, 26.08.2026

  • Frühstücksrunde
  • Evangelisches Klinikum Westerwald, Hachenburg (Webseite Klinikum):
    → Orthopädie & Unfallchirurgie
    → Kardiologie & Endoskopie
    → Zentrale Notaufnahme
    → Mittagessen im Krankenhaus
  • Einblicke in Hausarztpraxen:
    → Variante 1: Dres. Richter und Nies, Höhn (Webseite Praxis)
    → Variante 2: Dr. Schmidt-Bovendeert, Bad Marienberg (Webseite Praxis)
  • Abendessen mit Rahmenprogramm

Donnerstag, 27.08.2026

  • Frühstücksrunde
  • Variante 1: Brüderkrankenhaus, Montabaur (Webseite Krankenhaus)
    → Anästhesiologie & Intensivmedizin
    → Kardiologie
    → Allgemein-, Gefäß- & Viszeralchirurgie
    → Mittagessen im Krankenhaus
  • Variante 2: Herz-Jesu-Krankenhaus, Dernbach (Webseite Krankenhaus)
    → Gynäkologie & Geburtshilfe
    → MVZ Dernbach/Westerwald
    → Intensivmedizin
    → Mittagessen im Krankenhaus
  • Vortrag zur Pädiatrie
  • Verabschiedung & Abreise bis 15.30 Uhr

Die Programmübersicht zum Download.

Rückblick auf 2025:

Ärztemangel ist nach wie vor ein weit verbreitetes Thema – gerade im ländlichen Raum. Bereits zum zweiten Mal hat der Westerwaldkreis gemeinsam mit ortsansässigen Ärztinnen und Ärzten, unterstützt von den Verbandsgemeinden, ein Mediziner Camp veranstaltet. Nach der positiven Resonanz im vergangenen Jahr informierten sich nun erneut acht Medizin-Studierende ab dem 5. Semester über die Vorzüge einer „Landarztpraxis“, künftige Arbeitsstätten, Niederlassungsmöglichkeiten und die Region.

Dabei standen Infos aus erster Hand im Vordergrund. Sarah Omar, Leiterin des Gesundheitsamtes, stellte den öffentlichen Gesundheitsdienst mit seinen facettenreichen Arbeitsbereichen vor. Über die allgemeinen Niederlassungsmöglichkeiten und Förderungen, auch die des Westerwaldkreises, berichtete Melitta Fechner von der Kassenärztlichen Vereinigung. Veranschaulicht wurde dies durch einen persönlichen Erfahrungsbericht von Philipp Kratz, den sein Wunsch nach mehr Familienzeit vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich führte. Gleich zwei Hausarztpraxen in Rennerod und Hachenburg übernahm der Allgemeinmediziner Anfang 2024 und stellte schnell fest, dass die Tätigkeit mehr als nur die Behandlung von Schnupfen und Fieber ist. Wie abwechslungsreich sich der Arbeitsalltag eines Hausarztes tatsächlich gestaltet, konnten die angehenden Mediziner von Dr. Hanna Schmidt-Bovendeert, Hausarztpraxis Dr. Schmidt-Bovendeert, und Dr. Nina Herbort, Gemeinschaftspraxis Böer Herbort Koch, erfahren.

Nicht nur die Allgemeinmedizinerinnen nahmen sich viel Zeit für die Studierenden. Auch die Krankenhäuser in Dernbach, Hachenburg und Montabaur hatten sich einiges einfallen lassen, um nicht nur in Vorträgen über ihre Arbeit zu berichten. So konnten die Studierenden den Alltag eines Krankenhauses in der Praxis kennenlernen und sich unter anderem aktiv an einem Endoskopie-Simulator ausprobieren, was selbst im Studium eine Seltenheit ist. Das kam bei den Studierenden gut an, die bei ihrem ersten Arbeitsplatz viel Wert auf die Ausbildung legen. Von Vorteil kann dabei ein kleineres Krankenhaus sein, das im Vergleich zu einer großen Uniklinik nicht so viele junge Assistenzärzte gleichzeitig betreut.

Aber nicht nur die Arbeitsbedingungen sind ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Wirkungsstätte nach dem Studium gewählt wird. Zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance, die immer wichtiger wird, gehört auch die passende Lebensumgebung. Diese konnten die sechs Studentinnen und zwei Studenten beim Rahmenprogramm gleich testen: angefangen von der Übernachtung in einem trendigen Containerhotel über das Frühstück mit regionalen Produkten bis hin zu einer Brauereibesichtigung.

Ob das für die Niederlassung im Westerwaldkreis reicht, wird sich wohl erst mit der Zeit zeigen. „Wir können jetzt nicht erwarten, dass sich die Studenten direkt für eine Niederlassung im Westerwaldkreis entscheiden und wir wissen auch, dass sie hier nicht schon in zwei Jahren eine Praxis eröffnen werden," bleibt Marion Klein vom Gesundheitsamt realistisch. „Vielmehr geht es darum, den Westerwaldkreis den Studierenden als eine Option nach dem Abschluss vorzustellen. Besonders dankbar sind wir allen Mitwirkenden, ohne die dieses Mediziner Camp nicht möglich gewesen wäre. Wir haben alle das gemeinsame Ziel, Mediziner für die Tätigkeit im Kreis zu gewinnen, und werden daran auch in Zukunft zusammenarbeiten.“

Fotos: Kreisverwaltung / Miriam Kretz

Buz1: Bei einer Stadtführung lernten die Studierenden Montabaur kennen.

Buz2: Zum Rahmenprogramm des Mediziner Camps gehörten auch Ausflugsmöglichkeiten.

Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten
©adobe.stock/MQ-Illustrations

Du hast Interesse an einer Ausbildung zum MFA im Westerwaldkreis? … Dann bist du hier genau richtig!

Die Kreisverwaltung unterstützt die Ärzteschaft des Westerwaldkreises, um Auszubildende zur medizinischen Fachangestellten zu finden.

Im nachfolgenden findest du unseren Flyer mit den Ausbildungsinformationen zum MFA, eine Liste offener Ausbildungsstellen und Arztpraxen für eine mögliche Initiativbewerbungen im Westerwaldkreis.

  • Flyer Ausbildungsbeschreibung MFA
  • Arztpraxen im Westerwaldkreis für Initiativbewerbungen: Unter diesem Link kannst du einfach deinen Ort und den Umkreis eingeben, für den du dich interessierst. Dann bekommst du die Adressen aller Arztpraxen – es gibt dann noch weitere Filtermöglichkeiten nach den verschiedenen Fachrichtungen.
  • Offene Azubi Stellen im Westerwaldkreis zur MFA in der Übersicht
 
Praxis


Ort


Kontakt


Offene Stellen

 
Praxis Dr. Bartels
(Kinderleicht)

Montabaur

Dr. Sebastian Bartels
Tel.:
E-Mail


1 pro Jahr

 


Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Böer -
Dr. med. Herbort -
Dr. med. Koch


Bad Marienberg


z. Hd. Dr. med. Nina Herbort
Tel.:
E-Mail


1

 
Praxis Dr. Kann

Ruppach-Goldhausen


Dr. med. Michael Kann
Tel.: 02602 70091
E-Mail


1 bis 2
 
Nasser AlMuliki
(Facharzt für Urologie)


Montabaur

Nasser AlMuliki
Tel.: 02602 9473756
E-Mail

1
 
Dr. Hans Niehaus
(Facharzt für HNO)

Höhr-Grenzhausen

Frau Niehaus
Tel.:
E-Mail


1 pro Jahr

 

 

und als PDF-Datei zum Download.

Ansprechpartner/in:

Frau Miriam Kretz
02602 124-716

Frau Marion Klein
02602 124-715

landmedizin@westerwaldkreis.de

Jetzt anmelden!